Aktueller Hinweis (23.6.2026) 

 

Skulpturen aus dem Rheinpark entfernt

 

Nach erneuten Diebstählen und konkreten Hinweisen auf weitere geplante Entwendungen haben der Förderverein Rheinpark und die Stadt Köln zusätzliche Bronzeskulpturen aus dem denkmalgeschützten Rheinpark vorsorglich entfernt und an einem sicheren Ort eingelagert.

 

Die Maßnahme dient dem Schutz der bedeutenden Kunstwerke und gilt so lange, bis ein dauerhaftes Sicherheitskonzept für ihre Wiederaufstellung umgesetzt werden kann.


im Einzelnen:  

Entfernung und Sicherung der Bronzeskulpturen im Rheinpark

 

Zu den prägenden Gestaltungselementen des denkmalgeschützten Rheinparks gehören zahlreiche Bronzeskulpturen, die anlässlich der Bundesgartenschauen 1957 und 1971 erworben wurden. Während einige Werke nach den Gartenschauen in Museen gelangten, verblieb der überwiegende Teil bis heute im Rheinpark und prägt dessen einzigartigen Charakter.

 

In den vergangenen Jahren haben Vandalismus und insbesondere Metalldiebstähle leider deutlich zugenommen. Deshalb wurden seit 2013 verschiedene Skulpturen restauriert und die Originale zu ihrem Schutz durch Nachgüsse beziehungsweise Repliken ersetzt.

 

Zunächst war um 2010 die Skulptur und Brunnen „Igel mit Schlange“ von Fritz Bermuth gestohlen worden. Sie konnte glücklicherweise wieder aufgefunden und anschließend erneut im Rheinpark aufgestellt werden. 

 

Im Jahr 2016 wurden die Störche von Philipp Harth und 2018 wurde die fast zwei Meter hohe Skulptur „Der Schreitende“ von Richard Scheibe entwendet.

 

Als Konsequenz wurden besonders gefährdete Skulpturen vorsorglich aus dem Rheinpark entfernt und gesichert: 

  • Steigendes Pony von Renée (Renate Alice) Sintenis,
  • Eva II von Gerhard Marcks sowie
  • Kindergruppe von Kurt Lehmann.

Anfang Juni dieses Jahres (2026)  wurde dann die Skulptur „Zwei Störche“ von Philipp Harth – zum zweiten Mal (der Nachguss) gestohlen. In der gleichen Nacht wurde auch der Panther von Fritz Behn (Original) aus dem Kölner Südpark gestohlen. Die beiden Kunstdiebstähle in Köln waren kein Einzelfall, auch in Siegburg wurde am gleichen Wochenende von einem Spielplatz die Märchenfiguren Hänsel und Gretel entwendet.  

 

Weiterhin entdeckten Mitarbeitende des Rheinparks ca. zwei Wochen später am 17. und 18. Juni 2026 an weiteren Rheinpark - Skulpturen Spuren, die auf die Vorbereitung weiterer Diebstähle hindeuteten. Mehrere Sockel waren beschädigt, und einige Figuren standen bereits schräg im Untergrund.

 

Vor diesem Hintergrund hat der Förderverein im Einvernehmen mit der Stadt Köln kurzfristig beschlossen, weitere besonders gefährdete Skulpturen vorsorglich aus dem Park zu entfernen und sicher einzulagern.

 

Am 19. Juni 2026 wurden daher folgende Werke vorläufig eingelagert:

  • Die Sitzende – Kurt Lehmann (Original)
  • Die Sinnende – Ludwig Kasper (Original und Nachguss)
  • Gaea – Gerhard Marcks (Original)

Die Skulpturen bleiben so lange an einem sicheren Ort verwahrt, bis gemeinsam mit den zuständigen Dienststellen der Stadt Köln eine Lösung für ihren wirksamen Schutz und ihre sichere Wiederaufstellung im Rheinpark gefunden wurde.

 

Der Förderverein setzt sich weiterhin mit Nachdruck dafür ein, dass diese bedeutenden Kunstwerke langfristig dem Rheinpark erhalten bleiben und den Besucherinnen und Besuchern auch künftig hier zugänglich gemacht werden können. 

 

Ziel ist es, den einzigartigen Skulpturenbestand des Rheinparks dauerhaft zu sichern und als wichtigen Bestandteil des kulturellen Erbes der Stadt Köln zu bewahren. 

Skulpturen im Rheinpark

 

Zu den prägenden Gestaltungselementen des denkmalgeschützten Rheinparks gehören zahlreiche Skulpturen. 

 

Es sind wertvolle Werke von bedeutenden europäischen Künstlern und stille, zeitgenössische Zeugen überwiegend von der Bundesgartenschau 1957.

 

Sie sind für den Park auch von essentieller Bedeutung als Teil der Landschaftsarchitektur, in der sich Kunst und Natur ergänzen und gemeinsam erlebt werden können.


Nicht nur klimatische und biologische Einwirkungen haben Spuren hinterlassen, sondern mit der stark gestiegenen Nutzungsintensität des Rheinparks sind die Skulpturen auch Ziel von erschreckendem Vandalismus und Diebstahl geworden.

 

Eine Sicherung vor Ort ist, vor allem bei einem offenen Park, kaum wirksam möglich. Die gänzliche Entfernung wäre aber auch keine Option.
Daher sollen in Abstimmung mit den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung von den wertvollen Originalen zu deren Schutz Repliken im gleichen Material als Bronzeguss anfertigen und an den angestammten Orten im Park aufstellen.

 

Wir haben als Förderverein Kölner Rheinpark e.V. die Koordinierung, Abwicklung und Mitfinanzierung übernommen. Erste Nachgüsse konnten bereits aufgestellt werden.
Um von allen 13 Bronzeskulpturen sukzessive Repliken fertigen zu können, bedarf es weiterer Finanzmittel durch Spenden und Sponsoring als Beitrag zu den bereitgestellten städtischen Mitteln.

Skulpturen im Kölner Rheinpark

Stehende 

Fritz Behn (1878–1970), 1936. (eingelagert, Museum)

Behn hatte 1898–1900 an der Kunstakademie München studiert und erhielt dort nach einigen Auslandsaufenthalten 1925 eine Professur. 1934 reiste er auf Einladung Mussolinis nach Rom, und 1939 wurde er zum Direktor der Kunstakademie Wien ernannt, 1945 vom Dienst suspendiert unter Verlust seines Ateliers. Er gründete daraufhin eine Bildhauerschule in Tirol und kehrte erst 1951 nach München zurück.

Höhe 198 Zentimeter, erworben 1946, im Rheinpark aufgestellt 1962

 

Die Sinnende 

Ludwig Kasper (1893–1945), 1943. (eingelagert)

 

Gaea 

Gerhard Marcks (1889–1981), 2007. (eingelagert)

Ähnlich wie bei der Eva nahm Marcks mit der 1965 unter seiner Regie gegossenen Gaea das Motiv einer von ihm 1929 geschaffenen, im Krieg vernichteten Skulptur, Die Erde, wieder auf.

 

Schreitender  

Richard Scheibe (1879–1964), 1952.  (Gestohlen 2018)

Scheibe hatte von der Malerei zur Bildhauerei gefunden. Sein Thema war die anatomisch richtig proportionierte, in natürlichen Bewegungsabläufen wiedergegebene menschliche Gestalt.

 

Assunta 

Georg Kolbe (1877–1947), 1921.

Kolbe hatte 1893/94 zunächst die Kunstgewerbeschule Dresden, Schwerpunkt Dekorationsmalerei, anschließend 1895/96 die Akademie-Zeichen-Schule in München besucht und 1897 vorübergehend ein eigenes Atelier in Schwabing betrieben. Nach Aufenthalten in Paris und Rom wechselte er 1900 unter Anleitung von Louis Tuaillon zur Bildhauerei. (Tuaillon schuf 1908–1911 die beiden Reiterdenkmäler Friedrichs III. und Wilhelms II. am linkrheinischen Brückenkopf der Hohenzollernbrücke.)

 

Igel mit Schlange

Fritz Bermuth (1904–1979).

Der in Elberfeld geborene Bildhauer erhielt 1954 den Kulturpreis seiner Heimatstadt Wuppertal. Die Entstehungszeit dieser nach klassischen Motiven geschaffenen Skulptur ist ungewiss.

 

Schauende  

Hermann Haller (1880–1950), 1923.

Haller hatte von 1898  bis 1902 Malerei studiert, unter anderem bei Franz von Stuck in München und Leopold von Kalckreuth in Stuttgart, wandte sich aber während eines Romaufenthalts 1903–1905 der Plastik zu. Aus einem Aufenthalt in Paris 1909–1915 folgten Einflüsse von Auguste Rodin und Aristide Maillol.

 

Steigendes Pony 

Renée (Renate Alice) Sintenis (1888–1965), 1942. (eingelagert)

Sintenis war von 1929 bis zu ihrem Ausschluss durch die Nazis Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Sie gilt als eine bedeutende Bildhauerin des 20. Jahrhunderts, vornehmlich wegen ihrer einfühlsamen, die Natur des Tieres und seine psychische Verfasstheit verdeutlichenden Tierportraits (H. Fußbroich).

 

Eva II

Gerhard Marcks (1889–1981). (eingelagert)

Das 1938 angefertigte Gipsmodell Eva” wurde 1943 bei einem Bombenangriff, der das Berliner Atelier des Künstlers zerstörte, stark beschädigt und 1947 von ihm als Eva II” vollendet.

 

Sitzende

Kurt Lehmann (1905-2000). (eingelagert)

Das 1948 geschaffene erste Werkmodell wurde vom Künstler 1951/52 noch einmal überarbeitet und 1953 in einer Berliner Kunstgießerei fertig gestellt.

 

zwei Störche

Philipp Harth (1887–1968), 1956. (gestohlen 2016, 2026)

Harth hatte 1901–1903 bei seinem Vater Steindrucker gelernt, 1903–1906 eine  Bildhauerlehre absolviert und die Kunstgewerbeschule in seiner Heimatstadt Mainz besucht, 1906-07 an der Akademie Karlsruhe studiert und war ab 1911 als angehender Architekt Schüler von Peter Behrens und Hermann Muthesius. Von 1917 an widmete er sich ausschließlich der Bildhauerei.

 

Orchidee

Alexander Sarda (1926), 1971. 

Sarda war promovierter Marine-Ingenieur und als Metallurge tätig. Ab 1953 beschäftigte er sich intensiv mit der Konstruktion von Kunstobjekten aus Stahl und Aluminium.

 

Häusliche Sorgen 

Rik Wouters (1882–1916).

Den späteren Bronzeguss des vom Künstler 1913 geschaffenen Gipsmodells erwarb der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1956 vom Palais des Beaux Arts in Brüssel für die Kölner Gartenschau. Wouters war Bildhauer und Maler, hatte zunächst Holzschnitzerei bei seinem Vater gelernt, nach der Jahrhundertwende an den Kunstakademien Mecheln und Brüssel studiert und war ab 1912 in Paris tätig. Als Maler war er stark von James Ensor und Paul Cézanne beeinflusst.

 

Rotierende Windrose 

François Baschet und Bernard Baschet. (eingelagert)

Von der Vielzahl der Klangskulpturen, die sie für die Bundesgartenschau geschaffen hatten, ist nur diese eine noch im Rheinpark zu sehen. Wenn der Wind die vielarmige Mühle in Drehungen versetzte, brachte ein Klöppel die darunter aufgehängten Metalltäfelchen zum Klingen.

 

Der Tanz

Alexander Sarda (1926), 1971.

Je nach Blickrichtung auf das sich im Wind drehende Objekt ist ein stark abstrahiertes, wild tanzendes Paar zu erkennen.

 

 

Kindergruppe 

Kurt Lehmann (1905–2000), 1952/53. (eingelagert)

 

Wasserballett

Christian Weiser (1941), 1971.

Weiser befasste sich besonders mit Spiel- und Kommunikationsobjekten.

 

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Förderverein Kölner Rheinpark e.V., Köln